Kokain

Kokain, auch Koka, Koks oder Schnee genannt, ist ein Stimulans, welches aus den Blättern des Kokastrauchs gewonnen wird, der hauptsächlich in der Andenregion in Südamerika gedeiht.


Kokainkonsum in der Schweiz

Kokain wird in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen konsumiert, etwa im Arbeitsalltag oder an Partys sowie von Heroinkonsumentinnen und -konsumenten. Abwasseranalysen verzeichnen einen Anstieg der Kokainkonzentration während der Wochenenden.

Wirkung

Durch den Konsum von Kokain werden Müdigkeit, Hunger sowie Durst unterdrückt und Euphorie, erhöhte Leistungsfähigkeit, stark gesteigertes Selbstvertrauen, Bewegungsdrang, Unruhe, Redseligkeit, Wegfall von Hemmungen sowie Ängste ausgelöst. Zudem führt der Kokainkonsum zu unterdrücktem Schmerzempfinden und erhöhter Risikobereitschaft. 
Aufgrund der schwankenden Reinheit der Substanz ist die Dosierung schwierig, und die Gefahr einer Überdosierung ist hoch. Die Wirkung tritt beim Konsum einer mittleren Dosis geschnupft (50–100 mg) nach 2–3 Minuten ein und hält 30 bis 90 Minuten an. Geraucht (Freebase; ab 250 mg) oder gespritzt (20-50 mg) wirkt Kokain nach einigen Sekunden und hält 5 bis 20 Minuten an. Schnupfen ist die risikoärmste Konsumform. Das Rauchen von Crack und Freebase sowie das Spritzen erhöhen die Risiken.

Risiken und Nebenwirkungen

Der als positiv empfundene Kokainkonsum hat viele Nebenwirkungen und führt zu Schlafstörungen, Gereiztheit, Aggressivität, übertriebenem Egozentrismus bis zu "Grössenwahn", Abnahme der Kritik- und Urteilsfähigkeit, Angst- und Wahnzuständen, Depression, Gedächtnis- / Konzentrationsstörungen, Atemnot, Hyperaktivität, nervösen Zuckungen und stereotypen Bewegungen, Muskelkrämpfen und -zittern. Zudem wird das Herz-Kreislaufsystem durch die Verengung der Blutgefässe stark belastet, die Herzfrequenz steigt an und der Blutdruck wird erhöht.

Bei zu hohen Dosen kann es im Extremfall zu Herzinfarkt oder Hirnschlag kommen und beim Abklingen der Wirkung zu Erschöpfung, depressiven Verstimmungen, Gereiztheit, Angstgefühlen und starkem Drang zur Wiedereinnahme ("Craving"). Beim gleichzeitigen Konsum von Kokain und Alkohol entsteht die toxische Substanz Cocaethylen. Sie verstärkt die schädlichen Nebenwirkungen und belastet vor allem das Herz zusätzlich. Neben vielfältigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen gehören Angststörungen und diverse psychische Störungen zu den Langzeitrisiken.

Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme